Rock en Seine

Seit gestern findet vor den Toren von Parisfür drei Tage, wieder einmal, das „Rock en Seine“-Festival statt. Und ich bin dabei, weil ich zum Zeitpunkt des Ticketkaufes noch nicht wissen konnte, wie schlecht es um meine Hausarbeit gestellt sein würde ;).

Positiv aus Sicht eines nur sehr sporadischen Festivalbesuchers ist gleich vorab anzumerken, dass es sehr gesittet und höflich zugeht, kein unnötiges Gedränge, keine Müllberge, keine umgeworfenen Dixi-Klos. Was vielleicht aber auch daran liegt, dass ein Großteil der Besucher nachts einfach mit der Metro nach Hause fährt und gar nicht campt, so dass diese Camping-Atmosphäre wohl gar nicht aufkommt. Das mit der Metro ist jedenfalls klasse: Der Parc de Saint-Cloud liegt südwestlich außerhalb der Stadt direkt an der Seine und an der Endstation der Metrolinien 9 und 10, der Weg von mir aus dauert insgesamt etwa 30 Minuten, was wirklich sehr angenehm ist.

Am Freitag war das Wetter leider nicht perfekt, es hat abends öfters mal kurz geregnet, heute dafür umso schöner. Ich hoffe, dass es morgen abend nicht regnet (der Wetterbericht ist etwas zwiespältig), wenn Beirut und Arcade Fire auftreten, auf die ich mich riesig freue.

Heute war ich vor allem wegen Jónsi und LCD Soundsystem dort. Abgesehen davon habe ich noch etwas Two Door Cinema Club, QOTSA und Massive Attack gesehen. Jónsi und Band mussten akustisch auftreten, da ihr Equipment in Portugal festzuhängen schien, das tat dem Auftritt allerdings keinen Abbruch, im Gegenteil. Für mich war der Auftritt von Jónsi bisher der bewegengste und schönste des Festivals (auch wenn ich damit vermutlich nur die Meinung einer Minderheit vertrete, Männer mit Falsettstimme an Akustikgitarre und Xylophon sind wahrscheinlich nicht gänzlich festivaltauglich). Im Anschluss gab es LCD Soundsystem zu hören, die meine (eh schon hohen) Erwartungen  übertroffen und das Publikum unglaublich mitgerissen haben.

Leider hat meine Kamera von beiden Auftritten nicht allzu gute, bzw. nicht allzu viele scharfe Aufnahmen gemacht. Ich habe meine alte Superzoom-FZ7 mitgenommen, weil die etwas handlicher sind – ein Vorteil, wenn Kameras eigentlich nicht erlaubt sind, außerdem wäre der mögliche Verlust eher zu verschmerzen. Da ich für meine EOS 550D bisher  außerdem kein Zoomobjektiv habe, wurde also die alte Kamera eingepackt, die leider sehr verrauschte Fotos schießt – weshalb immer ein niedriger ISO-Wert gewählt werden muss, was wiederum die Belichtungszeit verlängert und damit die Verwacklungsgefahr erhöht. Mal sehen, ob ich morgen wieder eine von beiden einpacken werde. Interessant fande ich, dass ich gestern ganz schockiert war, als ich die FZ7 mal wieder benutzt habe. Das Display wirkt auf einmal so unscharf, das Material billig – und ständig will ich am Objektiv die Schärfe nachregeln… An gute Sachen gewöhnt man sich eben viel zu schnell.

2 Kommentare

Kommentieren

oooh Alex, was für Fotos! man ertrinkt fast in den Farben!! wie war Arcade Fire!? ich bin so neidisch! lausche zur Zeit jeden Morgen, wenn ich 1/2 Stunde lang zur Uni spaziere, den Klängen der Neon Bible.. und denke ab und zu daran, wie wir Haiti mit Ukulelen-Begleitung im weit entfernten Heidelberg gesungen haben.. (ehrlichgesagt.. war das wenigstens eine Gelegenheit, zu der ich ganz ungehemmt singen konnte.. hätte vllt. auf dem family gathering etwas in der Richtung vortragen sollen.. sleeping is giving in..)

viele Grüße.. mag deinen Blog!
aus der Ferne winkt
Vicky

Vielen Dank, liebe Vicky, und schön, dass du mitliest :). Hast du das neue Album „The Suburbs“ schon gehört? Ach, Arcade Fire war einfach unglaublich. Schade nur, dass das Konzert abgebrochen werde musste (siehe Blogbericht).
Ich werde mal wieder Haiti auf meiner mitgenommen Gitarre spielen und an dich da drüben auf der anderen Seite unseres lieben Planets Erde denken :).
Grüße aus dem kleinen großen Land im Westen Europas!
Alexander

Schreibe einen Kommentar