Musée d’Orsay & Centre Pompidou

Nach Abgabe meiner Hausarbeit hatte ich in den letzten Tagen endlich die Gelegenheit, meine Zeit mit schönen Dingen wie den hiesigen Museen zu verbringen, und so bin ich am Donnerstag mit Laura und Sophie, einer Ungarin und einer Österreicherin, die ich beide im Einführungsprogramm der SciencesPo. kennengelernt habe, in das Musée d’Orsay gegangen. Wir haben uns leider nicht auf Französisch, nicht einmal auf Englisch, sondern auf Deutsch unterhalten, da Laura auch Deutsch gelernt hat und die Sprache weiter üben möchte. Inzwischen habe ich den Eindruck, hier wirklich viel zu viel Deutsch zu sprechen und mein Französisch kaum zu trainieren – was ich ändern sollte. Das Museum ist – wie wunderbar! – für alle Bürger der Europäischen Union unter 26 Jahren kostenfrei, zudem kann man die langen Schlangen umgehen, die ein Ticket erwerben wollen und über den Seiteneingang sofort Zutritt zur Ausstellung erhalten (was wohl dazu führen wird, dass ich öfters mal für ein Stündchen ein paar Blicke auf die Malereien des 19.Jahrhunderts werfen werde, wie ich es am heutigen Sonntag auch schon wieder mit Daniel getan habe :) ).

Ich muss zugeben, dass es sich um mein Lieblingsmuseum handelt, dementsprechend begeistert war ich, es endlich mal wieder besuchen zu können. Das Museum befindet sich in einem ehemaligen Bahnhofsgebäude, welches um 1900 für die Bahnstrecke Paris-Orléans konstruiert worden war, aber weniger als 40 Jahre später schon wieder vom Eisenbahnverkehr abgeschnitten wurde. In der ersten Hälfte der 1980er Jahre wurde das Gebäude dann zum heutigen Musée d’Orsay umgebaut, neben dem Louvre wohl das angesehenste Museum in Paris. Es beinhaltet vorwiegend Kunst des 19.Jahrhunderts, darunter die Werke von berühmten Impressionisten wie Monet oder Renoir. Leider wird das Herzstück der Impressionismus- und Postimpressionismusausstellung im Fünften Stock gerade renoviert, weshalb ein Teil der Exponate momentan im Erdgeschoss ausgestellt wird. Neben diesem Teil finde ich besonders die naturalistischen Werke und die Art Nouveau-Objekte besonders sehenswert. Nach einem zweistündigen Rundgang war aufgrund von Hunger allerdings auch schon wieder Schluss, wobei die Gewissheit, dass eine Rückkehr in die Ausstellung zu einer beliebigen Zeit unter Umgehung der Schlangen kostenlos möglich ist, ein tolles Gefühl ist. Daran sollten sich deutsche Museen eventuell ein Beispiel nehmen, besonders im Hintergrund der Debatten über das mangelnde Interesse „der Jugend“ an Kunst und Kultur.

Tags drauf, also am Freitag, habe ich mit einer norwegischen Mitstudentin namens Ragna das Centre Pompidou bzw. das dort beherbergte Musée national d’Art moderne besucht. Zum Teil sind die dort ausgestellten Stücke aus meiner persönlichen Sicht recht „kurios“, zum Teil innovativ, zum Teil aber auch wirklich schön, wie das Titelbild dieses Artikels von Picasso (das so gar nicht nach dem „typischen“ Picasso aussieht, aber beweist, dass Picasso durchaus bewandert in der klassischen Malerei war). Abgesehen von der Malerei ist aber gerade der Kontakt zu den anderen Studierenden das Wunderbare an diesen Ausflügen, weil man immer interessante Dinge über die Heimat der/s anderen und ihr/sein Leben erfahren kann. Ich hoffe, mir bliebt während des Semesters genügend Zeit für diese wertvollen Erfahrungen.

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