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Inscription administrative

Seit heute bin ich offiziell Student der SciencesPo. Nachdem ich heute Vormittag wieder einmal an meiner immer noch nicht fertigen Hausarbeit herumgewurschtelt habe - zusammen mit Flo, der seine Hausarbeit auch noch fertigstellen muss - habe ich mich heute Nachmittag das erste Mal in's 7e zur Sciences Po begeben. Grund war, dass ich mich noch einschreiben lassen musste. Ich war mir erst nicht so sicher, ob alles wie geplant funktionieren würde, bis gestern konnte ich im Web-Interface auch nicht die Liste der relevanten Dokumente herunterladen, die ich mitzubringen hatte. Glücklicherweise begleitete mich jedoch Pierre, mein "Buddy" an der Sciences Po, ein Student aus einem höheren Semester, der einem hilft, sich an der Uni zurechtzufinden. Außerdem bot sich so endlich einmal die Gelegenheit, länger Französisch zu sprechen als nur für ein paar Sätze, wie dies bisher der Fall war, besonders nachdem ich mit Flo bei der Arbeit an unseren Hausarbeiten natürlich auch nur Deutsch spreche.

Das 7e, grob gesagt etwas westlich auf dem Südufer der Seine, also der Rive Gauche, gelegen, scheint generell ein sehr reiches Viertel zu sein, voll mit Poggenpohl-Küchengeschäften und Polohemd-Magasins, was die Angelegenheit preislich eher studentenunfreundlich zu machen scheint. Dafür kommt man in den Genuss von grandiosen Bauten, etwas weiter westlich als die SciencesPo befinden sich beispielsweise die Nationalversammlung und das Musée d'Orsay (wobei auch der Eifelturm noch zum 7.Arrondissement zählt). Glücklicherweise befinden sich die sehr hübschen und mächtig herausgeputzten SciencesPo-Gebäude nicht weit vom kultivierteren, aber genauso teuren 6e und seinem Quartier Latin, wo es noch etwas studentischer zugeht (Sorbonne) und es zumindest eine Mensa zu geben scheint.

Aber ich wollte ja kurz etwas zur Einschreibung sagen: Pierre hat mich glücklicherweise in's richtige Büro begleitet, wo schon zahlreiche Studenten anstanden. Normalerweise muss man, wenn man zur Einschreibung will, an einem bestimmten, zum Anfangsbuchstaben des Nachnamen passenden Tag kommen, aber für ausländische Studierende gelten offensichtlich nicht ganz so strenge Regeln, was dann auch dazu führte, dass kurz vor Schließung des Büros (wir standen nämlich etwa eine Stunden an) alle Franzosen mit "unpassendem" Namen zurückgewiesen wurden, ich aber glücklicherweise noch an die Reihe kam. Dann ging aber alles ganz schnell, abgesehen von einer nicht-vorhandenen, weil auf der Liste nicht benannten, Kopie meiner Europäischen Gesundheitskarte hatte ich alle Dokumente bei mir und daher hielt ich circa fünf Minuten später schon meinen Studentenausweis in den Händen.

Ein Konto habe ich derweil immer noch nicht und daher sind weder Metro-Ticket noch SIM-Karte beantragt. Aber inzwischen scheint mir nur noch die Mietbescheinigung zu fehlen, bis ich ein Konto beantragen kann. Und dann kann es sich eigentlich nur noch um Wochen handeln, bis ich die Karten und PINs in Händen halte, um dann das Ticket bestellen zu können. Grrr. Momentan beschäftigt mich die Hausarbeit immer noch ziemlich, was sehr schade ist, weil ich nicht dazu komme, meine Tage zu nutzen, um Paris noch während des sommerlichen Wetters ohne Universitätsverpflichtungen zu entdecken. Aber was nützt's, das habe ich mir selbst eingebrockt, in dem ich die Arbeit vor mir hergeschoben habe. Gleichzeitig steht das Rock en Seine-Festival direkt bevor (Freitag bis Sonntag), wobei ich nicht sehe, dass die Hausarbeit bis dahin fertig wird. Am Ende läuft es wohl auf ein vormittägliches Schreiben und ein abendliches Zelebrieren hinaus.

Auf dem Bild seht ihr übrigens das Treppenhaus von Flos (und Vales) Domizil, welches wir heute zum Lernen genutzt haben oder hätten nutzen sollen.

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