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Fête de quartier

Am Samstag Abend habe ich mich mit Daniel, der kurz vorher aus Stuttgart mit dem ICE am Gare de l'Est angekommen war, zu einem kleinen Spaziergang in der Umgebung meines Zimmers aufgemacht. Wir sind etwas in's 17e gelaufen, zu einem kleinen Park namens Square des Batignolles, einer kleinen grünen Oase, die mir sehr gefällt. Leider war, kaum waren wir im Park angekommen, dort gerade ein Wärter unterwegs, der mit seiner Trillerpfeife wohl auf die drohende Schließung des Geländes hinweisen wollte. Also haben wir den Park über ein anderes Tor verlassen und standen auf einmal auf einem kleinen baumgesäumten Platz. Links war dieser Platz von einer kleinen Kirche eingerahmt, rechts von klassischen Pariser Häusern mit pittoresken Geschäften im Erdgeschoss. Auf diesem Platz saßen auf zahlreichen Decken viele Familien, die picknickten, während auf einer seitlichen Bühne ein kleiner Chor sang, und auf einem zweiten abgegrenzten Bereich augenscheinlich ein kleines artistisches Programm vorbereitet wurde. Spontan entschlossen Daniel und ich uns, ebenfalls an diesem kleinen Fest teilzuhaben, versorgten uns am nächstgelegenen Supermarkt mit einigen Lebensmitteln und setzten uns auf eine der vielen großen Decken und begannen zu schlemmen. Glücklicherweise war es tagsüber noch einmal über 25° warm geworden, so dass es auch in den späteren Abendstunden nicht deutlich unter 20°C fiel.
Nach einiger Zeit begann die Artistengruppe ihr hübsches Spiel. Insgesamt führten circa zehn Künstler, darunter viele Jugendliche ein fast einstündiges Programm vor, dass nicht nur die  gebannten Kinder im Publikum immer wieder in's Staunen versetzte. Es wurde balanciert, geturnt, gerauft, herumgestelzt, getanzt und jongliert. Nach Abschluss des Programms spielte noch ein Trio mit Kontrabass, Percussions und Gitarre ein kleines Programm. Die Menschen kehrten indes zu  ihren Decken zurück und widmeten sich wieder  ihren Gesprächen, derweil sie einen frühsommerhaften Septemberabend genossen.  Und während die Kinder zu später Stunde  um uns herum tollten, und sich die Erwachsenen sich noch ein vielleicht letztes Glas Wein gönnten, wurde uns bewusst: Wir sind in Paris.

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