Ankunft

Ich bin in Paris angekommen, gestern Abend, zusammen mit meinem Vater, der mich gefahren hat. Wir waren etwa zehn Stunden unterwegs, an Stuttgart und Heidelberg vorbei, über Saarbrücken, wo wir durch einen Sturzregen gefahren sind, und dann weiter durch Lorraine und Champagne nach Paris. Man sollte niemals auf die Idee kommen, mit dem Auto nach Paris zu fahren, niemals. Zu der sowieso schon überlasteten Situation der Straßen kommen zunehmend Maßnahmen des Bürgermeisters, das Autofahren noch zu erschweren, um mehr Menschen auf ÖPNV und Fahrrad zu bringen. Dadurch sind vormals zweispurige Straßen heute einspurig und besitzen daneben eine Busspur, die von öffentlichen Bussen, Taxis und Fahrradfahrern genutzt werden darf. Dazu kosten Parkplätze für Autos mehr als 20€ pro Tag.
Nun aber zu meiner Wohnsituation: Ich lebe in zwei Zimmern einer Wohnung einer Dame, die vor über dreißig Jahren von Deutschland nach Paris ausgewandert ist, und hier als Psychologin und Therapeutin arbeitet. Das Haus liegt im 17e Arrondissement, in direkter Nähe zum 18e, und sieht sehr ehrwürdig aus, besitzt einen kleinen Innenhof mit Statue, im Treppenhaus (siehe Foto) sind Fenstermalereien angebracht. Die Wohnung selbst befindet sich im 4.Stock. Ich habe ein großes Zimmer zum Leben mit zwei Tischen, einem großen Fenster und einem großen Schrank und ein kleines Schlafzimmer, welches ebenfalls ein großes Fenster besitzt. Die Fenster sind zum Innenhof hin gerichtet, so dass ich viele Fenster mit verzierten Geländer sowie Himmel und Kamine betrachten kann, wenn ich am Fenster stehe. Ich frage mich, ob all die Nachbarn in Zukunft an meinem und ich an ihrem Privatleben teilhaben werde ;).
Momentan bin ich erst mal damit beschäftigt, meine Habseligkeiten in den Zimmern unterzubringen, an meiner Hausarbeit zu schreiben, eine Handy-Karte zu kaufen und das Quartier zu erkunden. Morgen werde ich mich wohl einschreiben lassen – und ich habe keine Ahnung, was ich dazu benötige. Weiterhin muss ich mich darum kümmern, ein Studenten-Metro-Ticket zu beantragen. Ich habe noch eine alte Navigo-Karte aufgetrieben, die ich weiterverwenden kann, bis es soweit ist. Navigos sind Tickets, die man pauschal für eine Woche oder einen Monat auflädt. Prinzipiell gibt es aber eben einen günstigeren Studententarif für ein ganzes Jahr (Imagine R), den ich allerdings erst beantragen kann, wenn ich eine Einschreibungsbescheinigung (die temporäre Bestätigung lässt sich wieder erwarten nicht herunterladen) und ein eigenes Konto besitze. Gerade letzteres wird wohl erst nächste Woche geschehen, und da ich außerdem gehört habe, dass sich die Beantragung einige Wochen hinziehen kann, werde ich solange wohl per Navigo-Karte reisen müssen. Schade, weil ich dann Geld für ein Ticket ausgebe, was ich eigentlich gar nicht bräuchte und weil das Studententicket sowieso für ein ganzes Jahr gilt. Zumal man mit der Imagine R am Wochenende auch gratis im kompletten RER-Netz reist und dann auch nach Versailles oder an andere Orte außerhalb Paris und innerhalb der Île-de-France reisen kann. Doch bis dahin gibt es genug andere Dinge zu entdecken!

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